• Alte Fasnet

  • Alte Hex (D'Hex)

  • Original E'pfenger Narrenmarsch

  • Saiwald-Hex (Original Empfinger Hex)

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Fasnet während des 2. Weltkrieges (1939 - 1945)

Ein Thema, zu dem immer wieder die Frage gestellt wird:

Wieviel Fasnet gab es in der Zeit von 1939 bis 1945 tatsächlich? Bisher waren die Informationen nur vage und in dem Sinne, dass halt den Kindern noch an der Fasnet die Freude gelassen wurde. 

Eine schöne Beschreibung gibt es aber von Adolf Lutz aus Freiburg, der sich in seinen Aufzeichnungen "D'r Pfarrbue - Geschichten um das Empfinger Pfarrhaus aus den Kriegsjahren 1939-1945" in einem Kapitel noch detailliert an die Fasnet erinnert.Er wohnte in diesen Jahren im Empfinger Pfarrhaus bei seinem Onkel, dem damaligen Ortspfarrer Johann Nepomuk Mayer und ging mit dem Jahrgang 1933 zur Schule.

 

 

Fasnet im Krieg

In den ersten Kriegsjahren machten wir Kinder noch Strassenfasnet, als die ersten Gefallenenmeldungen in's Dorf kamen, hatte wohl niemand mehr Verständnis dafür.

Wie man Fasnet macht habe ich von meinen Schulkameraden erfahren, wichtig war irgend eine andere Figur oder Person zu spielen und viel Blödsinn zu machen. Zu der nötigen Ausstattung hat mir die Marie (Anm: Vorname der damaligen Pfarrköchin) verholfen, d.h. sie hat mich zu einer "alten Jungfer" geschickt, die keine Familie und keine Kinder hatte. Das Fragen war für mich kein Problem, weil ich als Pfarrbue fast in jedes Haus kommen durfte und mich alle Leute gekannt haben. So bekam ich eine fächerartige Kopfhaube (Anm: gemeint ist die Radhaube) und ein Paar Frauenschuhe mit hohen Absätzen.

Die Marie hat mich dann vollends ausstaffiert: ein Weiberrrock, eine alte Jacke, ein großes Schultertuch und ein Stück Vorhang vor das Gesicht, damit mich niemand erkennen sollte. Damit ich wie eine alte Frau oder eine Hexe aussah, mußte ich mir noch einen Stecken, zum bucklig dran laufen, besorgen.

Von einem Umzug durch's Dorf weiß ich nichts, aber einer, ich meine er hieß Hertkorn, hat mal einen "Straubären" gemacht und wurde an einer Kette durch den Flecken getrieben. Wir Kinder zogen hinterher und sagten vor den Häusern Sprüchle auf, bis wir was zum Schlecken bekamen. Beim "Betzeitläuten" war der Spuk vorüber... wenigstens für den Pfarrbue.

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