• Alte Fasnet

  • Saiwald-Hex (Original Empfinger Hex)

  • Alte Hex (D'Hex)

  • Original E'pfenger Narrenmarsch

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Kneller, Bäuerle und Hexen von 1894

Eine kleine Sensation ist die Entdeckung der Fastnachtsgeschichte "Die Vergeltung" von Wilhelm Schenk (1879-1953). Darin schreibt er seine Erinnerungen an die Fastnacht 1894 nieder.

Schenk nimmt dabei eine detaillierte Beschreibung der Kleidung der historischen Narrengestalten Butz (Kneller) , Bäuerle und Ofengabelhexe vor. Ebenfalls die genaue Schilderung ihres Auftretens.

Umzug 1936

Der Schellenmann, bisher nur aus mündlicher Überlieferung als Anführer des Umzuges bekannt, sowie als Träger einer einfach gehaltenen Holzlarve (Ortsbegriff: Brettles-Gesicht), wird von Schenk, dahingehend beschrieben, dass dieser einen Drillichanzug mit angenähten Glocken trug, im Takt hüpfte und dem Zug der peitschenden Butzen(Kneller), danach Bäuerle und zuletzt die wilden Hexen, vorausging.  Man war bisher der Ansicht, dass der Schellenmann ein einfach gehaltenes Schantle (in Empfingen heißt es  "das" Schantle)  mit ziemlich flacher Holzlarve war. Die Schantle mit den geschnitzten Holzmasken kamen in Empfingen erst ab den 1920er Jahren auf.

Nun ist es gut  möglich, dass primitive Holzlarven (Brettles-Gesichter)  schon drei Jahrzehnte früher im Ort in Gebrauch waren.

Die Beschreibung der Ofengabelhexe in der Schilderung untermauert auch die eigenständig verlaufene Entwicklung der Empfinger Fasnetshexengeschichte seit mindestens 1894.

 

 

 

 

Dass  1933 eine Hexe mit Radhaube, schwarzem Rock  und rußiger Hand auf einer Kinderzeichnung dargestellt (s. auch Thema: Fastnacht aus der Sicht eines aufmerksamen Kindes)  und  1936 zwei dieser Hexen mit Ofengabel auf einem Foto verewigt wurden ist somit kein Zufall.

Kinderzeichnung 1933
     
alte Rußhexen-Gatterhaube

Die Empfinger Hexengeschichte hat nichts mit der großen Fasnetshexenbewegung zu tun, welche ab 1933 von Offenburg und Gengenbach aus ihren Weg in die schwäbisch-alemannische Fasnet  fand.  

 

(siehe auch: Die Maske, die nie eine Hexe sein durfte) 

 

Die Erzählung selbst schildert die Auseinandersetzung der Kameradschaften mit der Obrigkeit, in Gestalt des hohenzollerisch-preussischen Gendarmen und dessen Versuch ein Verbot der Fasnet in Empfingen durchzusetzen. 

 

 

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